Es gibt erfreulichen Nachwuchs im Huftierrevier: am 22. Mai wurde ein weiblicher Prinz-Alfred-Hirsch geboren. Damit leben augenblicklich sechs Tiere dieser Art in zwei Gruppen im Zoo Landau. Für das Muttertier ist es bereits das vierte Kalb, weswegen sie es auch mit gewohnter Gelassenheit vorbildlich umsorgt. Der Prinz-Alfred-Hirsch gehört zu den Arten, bei denen der Nachzucht in Zoologischen Gärten besonders große Bedeutung zukommt, denn das Überleben der Art in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet, der Inselwelt der Philippinen, ist fraglich. Einst weit verbreitet kommt die Art heute nur noch auf den beiden Inseln Negros und Panay vor. Aus 95 bis 98% des ursprünglichen Verbreitungsgebiets ist der kleine, dunkelbraune Hirsch mit dem lebenslangen hellen Fleckenmuster aufgrund der Zerstörung der Waldgebiete bereits verschwunden. Zu finden ist er heute nur noch in schwer zugänglichen, bergigen Regionen der beiden Inseln. Neben der Lebensraumzerstörung hat die intensive Bejagung der Art zu einem dramatischen Individuenschwund geführt, obwohl die Art laut philippinischem Recht geschützt ist. Es leben schätzungsweise nur noch wenige hundert Prinz-Alfred-Hirsche im natürlichen Lebensraum, so dass die Art auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) inzwischen als „stark gefährdet“ eingestuft wird. Der Zoo Landau unterstützt ein Schutzprojekt der KATALA-Foundation auf der Insel Negros, das sich für den Erhalt des Lebensraums der Art einsetzt und mit einem Wiederansiedlungsprojekt in einem geschützten Waldgebiet bereits Erfolge feiern konnte. Zudem wird im Zoo Landau das Internationale Zuchtbuch für den Prinz-Alfred-Hirsch geführt und die die Nachzuchtbemühungen im Rahmen des Europäischen Ex-situ-Programms (EEP) koordiniert.