Ein Blick in den Brutkasten der Ekuadoramazonen zeigte jüngst, dass es seit 31. Mai wieder gleich zweifachen Nachwuchs gibt! Eine gar nicht so kleine Sensation ist das, weil die Nachzucht in den letzten 12 Monaten nur in zwei weiteren Zoos in Europa geglückt ist (Quelle: Zoological Information Management System ZIMS) und der Zoo Landau in menschlicher Obhut damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt einer hochbedrohten Tierart leistet. Die Art gilt laut Roter Liste als “Vom Aussterben bedroht” (höchste Gefährdungskategorie). Der Populationstrend ist weiter abnehmend, und es wird geschätzt, dass nur noch 1.000 bis 2.500 geschlechtsreife Individuen im natürlichen Lebensraum in den Mangroven und Tropenwäldern entlang der Ekuadorianischen Küste vorkommen. Es werden der Verlust und die Verschlechterung des Lebensraums durch die Ausweitung der Landwirtschaft, das Einschlagen von Brennholz und die Zerstörung der Mangrovenwälder für die Meeresfrüchtezucht als anhaltende Bedrohungen für diese Art angesehen. Der Druck durch Fallenstellerei ist eine weitere Bedrohung. Es wird angenommen, dass ein großer Teil der Gemeinden innerhalb des Verbreitungsgebiets diese Art als Haustiere hält. Der Zoo Landau unterstützt daher zusätzlich die Arbeit der Jocotoco Stiftung, die sich für den Schutz der gefährdeten Art in der Natur einsetzt.
Außerdem freut sich das Zooteam über Nachwuchs bei den Chinesischen oder Reeve’s Muntjaks. Ebenfalls am 31. Mai kam ein Jungtier zur Welt, das sich beim Gesundheitscheck am zweiten Lebenstag als ein Männchen entpuppte. Damit leben jetzt vier Muntjaks im Landauer Zoo. Der nur etwa kniehohe, zierliche Hirsch ist im östlichen China und Taiwan verbreitet. Aufgrund seines großen Verbreitungsgebiets gilt er laut Roter Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) als „nicht gefährdet“, doch die Art ist auf dem absteigenden Ast. Zu den größten Bedrohungen zählen die Zerstörung des Lebensraums und die (illegale) Jagd. Muntjaks werden als Nahrungsquelle genutzt und wurden, bevor die Jagd verboten wurde, wegen ihrer Felle getötet, die auf dem Pelzmarkt verwendet wurden. Nach Medienberichten über Beschlagnahmungen gehört sie nach wie vor zu den am stärksten bejagten Großsäugetieren der Region. Außerhalb seines natürlich Verbreitungsgebiets gibt es eine große und stabile Population auf den Britischen Inseln, wo die Art zu Jagdzwecken angesiedelt wurde. Die Tiere stellen dort inzwischen ein Problem für einheimische Arten dar, weswegen das Reeve’s Muntjak in der EU als so genannte invasive Art gilt und nur in Ausnahmefällen gehalten und gezüchtet werden darf. Der Zoo Landau ist Teil des Europäischen Ex-situ-Programms (EEP) für das Reeve’s Muntjak.